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Videos aus Webseiten speichern

Mittwoch, 06. Dezember 2006


Da mich in letzter Zeit mehrere Leute danach fragten, wie sich Videos aus den Onlineangeboten von ARD, ZDF und anderen Websites speichern lassen, werde ich das – im Grunde recht simple – Vorgehen im folgenden allgemeingültig erläutern. Diese Anleitung ist bewusst sehr einfach gehalten, da die Fragenden leider nicht mit weitreichenden Kenntnissen gesegnet waren.

Video oder Flash?

Es gibt grundsätzlich zwei Arten ein Video in eine Website einzubetten, demzufolge ist auch das Prozedere, um diese speichern zu können unterschiedlich. Reine Videodateien lassen sich daran erkennen, dass sich dem Anwender eine Oberfläche der Bedienelemente (Play, Stop, Pause etc.) zeigt, die er von einer auf seinem Rechner installierten Anwendung kennen sollte. Das heißt, es werden z. B. die Bedienungselemente des Windows Media Players oder des Totem-Players sichtbar. Beispielsweise so.

Bei Flash-Videos wird die gesamte Bedienoberfläche vom Betreiber bereitgestellt. Das ist so zum Beispiel bei YouTube oder Google Video der Fall. Viele dieser Videohoster erlauben es auch, die Videos in eine andere Seite zu integrieren. Man erkennt diese Fälle dann meist am Logo des Betreibers (Beispiel – Google Video Logo unten rechts).

Sollte man also feststellen, dass es sich um ein Flash-Video handelt, so überspringe den Folgenden Abschnitt einfach.

Video

Wenn nun bekannt ist, dass eine Videodatei in die Seite eingefügt wurde, gilt es herauszufinden, unter welcher URL die Datei erreicht werden kann. Dazu ist es nötig den Quelltext der Seite zu betrachten. Firefox Benutzer gelangen durch Ansicht -> Seitenquelltext anzeigen (Strg + U ) zu dieser Ansicht, bei anderen Browsern sollte es ähnlich zu bewerkstelligen sein. Nun muss der Quelltext nach dem eingebetteten Video abgesucht werden: Sehr wahrscheinlich wurde dazu der HTML-Tag <objekt benutzt. (Wer keine Lust hat diese Suche selbst vorzunehmen kann natürlich auch seinen Browser bemühen (Firefox: Strg + F )). Ist der entsprechende Abschnitt nun gefunden, schaut er zum Beispiel so aus:

<object id="wmp" name="wmp"
	classid="CLSID:22D6f312-B0F6-11D0-94AB-0080C74C7E95"
	standby="Loading Windows Media Player components..."
	codebase="http://activex.microsoft.com/activex/controls/mplayer/en/nsmp2inf.cab#Version=6,4,7,1112"
	type="application/x-oleobject" width="320" height="312">
		<param name="FileName" value="http://wstreaming.zdf.de/zdf/300/061223_darfur2_h19.asx" />
		<param name="ShowControls" value="1" />
		<param name="ShowPositionControls" value="1" />
		<param name="ShowStatusBar" value="true">
		<param name="AutoStart" value="true" />

		<param name="DisplaySize" value="0" />
		<embed id="wmp" name="wmp"
			type="application/x-mplayer2"
			swliveconnect="true"
			width="320" height="312" border="0"
			pluginspage="http://www.microsoft.com/netshow/download/player.htm"
			src="http://wstreaming.zdf.de/zdf/300/061223_darfur2_h19.asx"
			ShowControls="1"
			ShowPositionControls="1"
			ShowStatusBar="1"
			AutoStart="true"
			DisplaySize="0">
		</embed>
</object>

Was sagt uns das nun?  Diese ganzen Angaben definieren z.B. die Größe des sichtbaren Videos, die Anzahl der Schaltfächen etc. Wichtig ist für uns aber nur die Adresse zu unserer Mediendatei. Diese findet man in unserem Beispiel gleich zweimal (rot markiert): Zum einen unter FileName, zum anderen unter src (Source).

Möglicherweise steht an dieser Stelle schon die Adresse zur eigentlichen Videodatei (erkennbar an den gebräuchlichen Dateiendungen mpg, avi, wmv etc.), meist wird es sich jedoch um ein Containerformat handeln. Diesen umschließt – wie der Name schon erkennen lässt – eine andere Datei. Das ist normalerweise der Fall, wenn die Datei gestreamt werden soll, d.h. es wird immer nur der Teil geladen, den man auch gerade brachtet. Um nun an die eigentliche Datei zu gelangen, müssen wir unsere Containerdatei erst einmal abspeichern. Dazu können wir diese einfach in die Adressleiste unseres Browsers eingeben. Bietet dieser dann keinen Dialog zum herunterladen der Datei an, bemüht man die Menüpunkte Datei -> Seite speichern unter (oder so ähnlich). Die heruntergeladene Datei (061223_darfur2_h19.asx) muss nun mit einem Texteditor geöffnet werden. Das ganze sieht dann etwa so aus:

 <ASX version ="3.0">
     <Entry>
         <Ref href="mms://ms.mdcs.dtag.de/zdf/zdf/061223_darfur2_h19_h.wmv"/>
     </Entry>
 </ASX>

Und hier lässt sich auch schon ganz einfach die wahre URL zu der Videodatei erkennen (rot hinterlegt). Wie sich aus dem mms:// erkennen lässt handelt es sich dabei allerdings um einen Stream, diesen müssen wir nun noch mit geeigneter Software in eine Datei auf unserer Festpaltte bannen. Das lässt sich zum Beispiel mit dem VLC Player bewerkstelligen.

Hat man den VLC gestartet wählt man unter Datei den Streaming-Assistent aus, wählt den Punkt Transkodieren/Als Datei speichern. Im folgenden Eingabefeld gibt man die Adresse zu dem herausgefundenen Stream ein, wählt noch einen Video- und einen Audiocodec (Z.B. MPEG 4 oder Theora und Vorbis) und speichert das Video schließlich unter einem selbstgewählten Dateinamen.

Flash

Videos von YouTube, GoogleVideo und Konsorten liegen im FLV-Format (Flash Video) vor. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Websites, die es erlauben die Videos mit wenigen Klicks herunterzuladen. So muss etwa bei keepvid.com lediglich die Adresszeile der Videoseite in ein Eingabefeld kopiert werden, um kurz darauf einen Downloadlink zu erhalten.

Um das Video schließlich abzuspielen, wird unter Linux die Bibliothek ffmpeg benötigt. MPlayer Xine, Totem und Kaffeine können so FLV-Videos ohne Probleme wiedergaben. Mit ffplay können die Dateien auch problemlos in ein anderes Format konvertiert werden.